ORIGINAL DAGUERRE-KASTENKAMERA
1839 erzeugte Alphonse Giroux in Paris für Louis Jacques Mandé Daguerre die erste Kamera in größerer Stückzahl für das Verfahren der Daguerreotypie. Weltweit sind heute nur mehr wenige Exemplare dieser frühesten Daguerreotypiekamera vorhanden, darunter die hier präsentierte aus der Fotosammlung der Albertina Wien. An Stelle der an der Kamerarückseite sichtbaren Mattscheibe (1) werden zur Belichtung rechteckige Daguerreotypieplatten eingesetzt. Die Entfernungseinstellung funktioniert durch das Vor- und Zurückschieben des hinteren Kastens (2), der sich mit Hilfe einer Schraubenklemme (3) feststellen lässt. An der Vorderseite befindet sich der Objektivstutzen, in den das - heute leider nicht mehr vorhandene - Objektiv (4) eingesetzt wird. |
ORIGINAL VOIGTLÄNDER DAGUERREOTYPIE-KAMERA
Die gezeigte Kamera, seit 1841 von der Firma »Voigtländer & Sohn«, Wien, produziert, stammt aus dem Jahr 1845 und ist mit einem vom Mathematiker Joseph Max Petzval berechneten Objektiv ausgestattet. Dieses für die damalige Zeit ausgezeichnete Objektiv ermöglichte eine 16-fach höhere Lichtstärke als das Objektiv des Pariser Optikers Charles Chevalier in der Daguerrekamera.
Das Objektiv (4) lässt sich mit Hilfe eines Zahntriebs (3) bewegen, um so die Entfernung einzustellen. Um die runden Daguerreotypieplatten einsetzen zu können, wird die hinten angesetzte Einstelllupe (5) abgenommen, die Kamera (1) vom Stativ entfernt und in der Dunkelkammer ein Deckel (2) mit der Platte eingesetzt. |
STUDIOKAMERA
Mit Kameras dieser Konstruktionsweise wurden ab den Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts Aufnahmen in zahlreichen Fotostudios in Wien gemacht. Über ein großes Schwingrad (1) am Stativ (2) lässt sich die Höhe der ganzen Kamera verändern. Entfernung und Perspektive lassen sich mit Hilfe mehrerer Stellschrauben (3) und Zahntriebe (4) einstellen. Zur Steuerung des Verschlusses dient ein Blasebalg (5), der über Luftdruck jenen öffnet und schließt. |